3. Juni 2026
Ausgabe #120 Alles, was ihr nie über Musik wissen wolltet von Melanie Gollin und Rosalie Ernst. Das hier ist euer Musikmagazin fürs Mailfach, alle 14 Tage zwischen zwei und vier Themen. mehr erfahren
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Heute: Eine sicherlich ganz wahre Geschichte aus dem Touralltag von Kings Of Convenience. Und: Wisst ihr eigentlich, wie Menschen über die Jahrhunderte Musik gehört haben? Was kam vor Musikstreaming und Schallplatte? Wir haben den großen Überblick, wer wie wann wo Musik konsumieren konnte. Natürlich mit praktischer Grafik.
An dieser Stelle begrüßen wir unsere neuen Unterstützer*innen Roland, Thomas und Özgür. Ihr stellt uns auf den Kopf. Komm auch du in unsere Community! Mach unsere Arbeit langfristig möglich, sichere Medienvielfalt und hilf uns dabei, der Musikbranche ans Bein zu pinkeln! Aktuell sind wir 125 Leute bei Steady. Unser Ziel für 2026 sind 222 Mitglieder.
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ZWISCHEN ZWEI UND VIER gibt's übrigens auch als Podcast.
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In der aktuellen Folge: Erstmal wird (schon wieder?!) ein bisschen rumgeflötet, danach reden wir mit Ben Lukas Boysen. Der Berliner Musiker hat gerade einen seiner Songs in einer Lippenstiftwerbung einer Luxusmarke zu laufen. Wie es dazu kam und wie viel Geld man dafür bekommt, erzählt er uns. Und: Wir atmen! Zusammen mit Atemcoach und Musikerin Lisa aka Hymen, machen wir ein paar Atemübungen, die helfen, die Stimme zu öffnen und den Körper zu beruhigen. Damit könnt ihr eurem nächsten Konzert ganz entspannt entgegen blicken.
Überall, wo ihr Podcasts hört.
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Jede Folge unseres Podcasts beginnen wir mit einem kleinen Hörspiel. Und das kommt super bei euch an! Darüber freuen wir uns so sehr, denn wir waren skeptisch, ob unsere kleinen Kurzgeschichten (die alle auf jeden Fall genau so passiert sind!) richtig rüberkommen. Zu einigen der Stories gibt es längere Versionen – die möchten wir euch hier auch ab und zu zeigen. Viel Spaß! – Melanie
Kings of Pawlow
Erlend Øye steht hinter der Bühne der ausverkauften Elbphilharmonie und massiert sich die Schläfen. Neben ihm sitzt Eirik Glambek Bøe auf einer Bierkiste und starrt ins Leere. Es ist der vierte Stopp der Jubiläumstour des ersten Kings Of Convenience-Albums QUIET IS THE NEW LOUD. "Vielleicht wird's heute besser", murmelt Erlend ohne Überzeugung.
Es hatte in Barcelona angefangen, schon beim dritten Song bemerkten sie das Gemurmel. Zunächst dachten sie, es sei ein technisches Problem mit dem Monitoring. Nein. Das Publikum unterhielt sich. Nicht vereinzelt. Alle. In Kopenhagen wurde es surreal. Eine Frau in der dritten Reihe bestellte einen Flat White. Sie rief einfach laut: "Einen Flat White, bitte!"
Die zwei Norweger hatten oft Witze darüber gemacht, aber dass es je wirklich so weit kommen würde, schien ihnen immer absurd. Seit Jahren bestritten sie ihren Lebensunterhalt zu nicht unwesentlichen Teilen aus den Streamingeinnahmen, die ihnen Playlisten wie "Cozy Coffee Shop Vibes", "Café Chill Out" oder "Sunday Morning Brew" in die Kasse spülten. Was allerdings unweigerlich hieß, dass Millionen Menschen beständig zu ihrer Musik Latte Macchiatos geschlürft und den neuesten Gossip ausgetauscht hatten.
Da war er, der Salat. Klassische Konditionierung. Kings of Convenience hatten ihr Publikum ge-pawlowt.
Die Show beginnt. Erlend zupft die ersten Töne von "Homesick". Das Publikum applaudiert kurz, dann: "Also, ich sag's dir, dieser neue Barista bei uns um die Ecke …" "Und dann hat Tom wirklich behauptet …" "Gibt's an der Bar Cappuccino?"
Eirik versucht, gegen die Geräuschkulisse anzusingen. Das Klirren von klapperndem Besteck musste er sich doch einbilden, die Leute konnten unmöglich Löffel mit zum Konzert gebracht haben.
In der Pause schlägt ihr Manager vor: "Neue Merchidee: Kaffeetassen mit euren Gesichtern drauf?" In Erlends Blick blitzt ein Funken Mordlust.
Am Ende des Konzerts (nachdem sie zweimal "Toxic Girl" gespielt haben, ohne dass es jemand bemerkte) verbeugen sie sich vor einem Publikum, das begeistert applaudiert.
Und einen Regen aus Trinkgeld auf die Bühne prasseln lässt.
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Achtung! Es hat sich eine Wissenslücke offenbart, die schnell geschlossen werden muss. Im Gespräch mit Melanie über den ersten Schlager der Musikgeschichte (siehe Podcastfolge "Listening Partys sind die besseren Konzerte"), habe ich festgestellt, dass ich gar nicht mal so viel Ahnung über den Zugang zu Musik im Lauf der hiesigen Geschichte habe. Wo konnte man über die Jahrhunderte wann und wie Musik hören? Welche Rolle spielte die Kirche, ab wann konnte man Noten kaufen, wer durfte die ersten Konzerte besuchen? Weiß ich alles nicht genau. Deshalb habe ich einen Zeitstrahl erstellt, der all diese Fragen beantworten soll. – Rosalie
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500 - 1200 Kirche, Kirche, Kirche Im frühen Mittelalter war die Kirche das Zentrum der Musik. Ausgehend von den recht monotonen (manche sagen creepy) gregorianischen Gesängen entwickelte sich die europäische Musikkultur, die ersten Liedformen, die ersten europäischen Varianten der Notenschrift und die ersten harmonischen Grundregeln. In den Klöstern wurden neue Gesänge, später auch Lieder und Stücke entwickelt, die dann in den Kirchen mit den Menschen geteilt wurde. Musik außerhalb dieser Kreise galt als heidnisches Teufelszeug. Man sollte natürlich trotzdem davon ausgehen, dass es vorher und schon immer Volksmusik und Liederbräuche gab, die zur undokumentierten Oral History gehören.
8. Jahrhundert Spielmänner Eine erste Form der Unterhaltungsmusik abseits der Kirche kam durch die sogenannten Spielmänner. Das waren Instrumentalisten, Gaukler, Komiker und Sänger in einer Person, die auf Marktplätzen auftraten. Konzerte für alle also. Dabei zogen die Spielmänner meist von Ort zu Ort und verbreiteten in ihren Liedern Nachrichten, die von kritischen Gedanken über Heldengeschichten bis hin zu simplem Gossip reichen konnten. Der Gesang stand im Zentrum, die instrumentale Begleitung war eher rudimentär. Dieser Beruf war durchaus nicht ungefährlich, denn Spielleute wurden teilweise von der Kirche verfolgt, wurden von kirchlichen Zeremonien wie dem Abendmahl ausgeschlossen und waren die Repräsentation des oben genannten Teufelszeugs.
1100 - 1350 Minnesänger Minnesänger waren eine erste Musikform außerhalb der Kirche, deren Kunst von der Kirche akzeptiert wurde, dabei wurden in diesen Liedern primär Frauen beschmachtet und umgarnt – nicht sehr christlich. An ihnen erkennt man einen Übergang von der kirchlichen Dominanz zur höfischen Musikkultur. Die meisten Minnesänger waren selbst Ritter oder gehörten zum Adel. Die Musik wurde oft auf Festen am Hof mit den Bürger*innen geteilt, sollte aber vorrangig den Adel unterhalten. Der "Codex Manesse" ist ein Sammelband, der viele Minnelieder festgehalten hat. Die bedeutendsten Minnesänger waren Wolfram von Eschenbach, Tannhäuser, Oswald von Wolkenstein und Walther von der Vogelweide.
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1400 Meistersinger Aus der Tradition der Minnesänger entwickelten sich die bürgerlichen Meistersinger: einfache Bürger (meistens mit Jobs im Handwerk), die einander a cappella eigene Dichtungen vorsangen. Es gab keine offizielle Konzertkultur um die Meistersinger, aber sie kamen meistens in Kirchen, Rathäusern oder Wirtshäusern zusammen, um einander neue Lieder vorzusingen. Um zum Meistersänger ernannt zu werden, mussten die Lieder sehr strengen Regeln folgen: Es gab ein festes Liedschema und eine Meisterprüfung – wie im Handwerk üblich. Dabei musste man eine neue Melodie erfinden und die Dichtung vollkommen fehlerfrei vortragen.
1450 Erster Notendruck Mitte des 15. Jahrhunderts begann der Notendruck in Italien. Er war sehr aufwendig, sowohl im Gutenberg-Druckverfahren als auch im älteren Kupferstichverfahren. Deshalb wurden viele Noten, vor allem in der Kirche, handschriftlich verbreitet oder die Lieder wurden eben oral überliefert. Außerdem gab es zu diesem Zeitpunkt noch keine universelle Notenschrift. Damals nutzte man die Modalnotation oder Mensuralnotation. Man erkennt in beiden Notenbildern zwar, wo die Reise mal hingeht, aber sie sind noch deutlich unpräziser (es gab weniger Notenlinen und die Noten hatten noch nicht genug Formen, um nicht nur Tonhöhen, sondern auch Rhythmen darzustellen). 1600 etablierte sich dann das moderne Notensystem, ausgehend von Frankreich. Dies war die Grundlage dafür, dass Musikstücke verbreitet werden konnten.
1600 Kammermusik Im weiteren Siegeszug der Höfe über die Kirche wuchs die Kammermusik und das Mäzenatentum heran. Es wurde für den Adel wahnsinnig wichtig, in Musiker*innen und in neue weltliche Kompositionen und Liedformen zu investieren und sich damit zu brüsten. An den Höfen wurden Kapellmeister eingestellt, die für den Adel komponierten, allerdings fand die Kammermusik in einem privaten Rahmen statt.
1673 Das erste Opernhaus Mit dem Teatro San Cassiano in Venedig öffnete das erste Opernhaus – offen für alle, die's sich leisten konnten: Adel, Kaufleute und wohlhabende Bürger*innen. Die Oper als Musikform wurde quasi von der Familie Medici erfunden. Diese saureiche Großfamilie aus Florenz hat in ihrer Obsession, die griechische Antike wieder aufleben zu lassen, einen Club aus Musiker*innen gegründet. Ihr Auftrag: Die Geschichten der griechischen Tragödie mit Musik verbinden. Klar sollte diese Griechenverehrung dann auch mit der Öffentlichkeit geteilt werden.
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1700 Hausmusik Abgeleitet von der Kammermusik entwickelte sich ebenfalls die niedrigere Form: die Hausmusik. Denn auch der niedere Adel und im Laufe des Jahrhunderts sogar das gehobene Bürgertum begannen, in Musik und Kunst zu investieren und kleine Konzerte in den eigenen Wohnräumen zu veranstalten. Musik wurde so wichtig, dass eine musikalische Ausbildung im 18. und 19. Jahrhundert vor allem bei jungen Frauen zum Standard wurde und das sogar im Bürgertum. Musikabende hatten somit eine gewisse Normalität. Hier spielten sich die Schlüsselszenen aller Jane-Austen-Romane ab.
1719 Gründung von Musikverlagen Anfang des 18. Jahrhunderts wurde in Leipzig der Verlag Breitkopf & Härtel und 1790 der Mainzer Verlag Schott Music gegründet – die gibt es beide immer noch! Sie gehören zu den ersten Musikverlagen und das Notenmaterial wurde zu einer heißen Ware und einer neuen Einnahmequelle für Musiker*innen.
Ab 1725 Beginn freier Konzertkultur In Europa etablierte sich 1725 endlich eine neue, freie Konzertkultur. In Paris entstand die Konzertreihe "Concert Spirituel" und auch in London gab es erste freie Konzerte, die sich explizit an das Bürgertum richteten und eben nicht nur in den exklusiven Kammern stattfanden. Die Abendmusiken in Lübeck gehörten in Deutschland zu den ersten öffentlichen Konzertreihen und fanden zwar in Kirchen statt, es wurde allerdings nicht mehr nur geistliche Musik gespielt. Das Programm dieser Veranstaltungsreihen war hochkarätig besetzt. In Paris, London und Lübeck konnte man durchaus Georg Philipp Telemann, Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und Antonio Salieri hören.
1733 Opera Buffa (komische Oper) Die mythologische (ernste) Oper bekam Konkurrenz von der komischen Oper, die alltäglichere Geschichten erzählt und besonders beliebt war, weil die Protagonist*innen hier keine Götter sind, sondern Mägde, arme Künstler*innen, Kaufleute. Repräsentation war also damals schon Thema. Das wachsende Verlangen nach durchschnittlichen Hauptfiguren zeigt, wie das Publikum immer durchmischter wurde.
um 1800 Boom der Chöre Im 19. Jahrhundert gab es eine regelrechte Gründungswelle von Männergesangvereinen und das gemeinsame Singen wurde das Hobby Nummer Eins. Stellung und Beruf waren egal. In den 1830ern entstanden dann auch große Sängerfeste, bei denen sich Chöre aus dem ganzen Land trafen. Zum Sängerfest des Deutschen Sängerbundes in Dresden 1865 kamen 16.000 Sänger und es gab richtig Programm: öffentliche Begrüßungskonzerte auf den Marktplätzen, gemeinsame Proben am Vormittag, Konzerte der einstudierten Lieder am Nachmittag, Einzelvorstellungen der angereisten Chöre. Die Singvereine hatten dabei auch eine politische Ausrichtung. In Frankreich etwa waren Gesangvereine ein wichtiger Teil der Französischen Revolution.
19. Jahrhundert Salonmusik und Ballhausszene Der musikalische Salon gewann seit Beginn des 19. Jahrhunderts an Bedeutung. Dabei war der Salon quasi das Wohnzimmer der gehobenen, städtischen Mittelschicht. Die Salonmusik wurde aber auch in Gaststätten mit Klavieren gefeiert. Die aufkeimende Ballhausszene kann hier ebenfalls mit dazugezählt werden. Denn im 19. Jahrhundert wurden zahlreiche bürgerliche Ballsäle gebaut, die sich über den Eintritt finanzierten – also Clubs. Die Musik stand im Salon allerdings nicht im Mittelpunkt, sondern war eher eine Untermalung der allgemeinen Geselligkeit. "Gebet einer Jungfrau", das wissen wir ja schon, gehörte hier zu den Dauerbrennern. Die aufstrebende Salonkultur führte zu einem Boom im musikalischen Verlagswesen. Lieder konnten sich also rasend schnell unter der gesamten Bevölkerung verbreiten. Auch musikalische Bildung rückt in diesen Jahren massiv in die gesellschaftliche Mitte.
1887 Das Grammophon Emil Berliner erfand das Grammophon, ausgehend vom Phonographen, der allerdings eher für Sprachaufnahmen genutzt wurde. Das Grammophon sollte explizit Musik nach Hause bringen. Raus aus den Konzerträumen, rein in die Stuben (der Mittel- und Oberschicht). Berliner hat an alles gedacht, denn er erfand auch gleich die Schallplatte (damals noch aus Schellack) und gründete den Verlag "Deutsche Grammophon", um den Musikvertrieb anzukurbeln.
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1920 Varieté, Tanzcafés, Revue, Kabarett und Music-Halls Die Goldenen Zwanziger waren eine Zeit des ausgelassenen Tanzens. Eigentlich konnte man überall im städtischen Raum ausgehen und Musik in verschiedenen öffentlichen Orten genießen. Dabei gab es viele Namen für die Veranstaltungsstätten, die seit 1880 in ganz Europa entstanden. Hauptsache Musik, Tanz, Essen und Trinken. Oft fanden Konzerte auch einfach in Bars und Restaurants statt, sodass selbst Fabrikarbeiter*innen in Mietskasernen in den Jahren des wirtschaftlichen Aufschwungs (1924-1930) Musik hören konnten. Es ist die Zeit des Chansons und Operettenschlagers.
1923 erste Radiosendung in Deutschland Das Radio entwickelte sich in mehreren Stufen. Mit der ersten deutschen Sendestrecke, der "Funk-Stunde Berlin", veränderte sich für die Normalbürger*innen der (Musik-)Alltag erheblich. Die erste Unterhaltungssendung wurde eingeläutet mit den Worten: "Meine Damen und Herren, wir machen Ihnen davon Mitteilung, dass am heutigen Tage der Unterhaltungsrundfunkdienst mit Verbreitung von Musikvorführungen auf drahtlosem telefonischem Wege beginnt." Dann Musik. Das Radio ist das erste elektronische Massenmedium, das sich jeder Haushalt leisten konnte. Voraufzeichnungen von Liedern fürs Radio waren qualitativ der Liveaufführung allerdings noch lange so stark unterlegen, dass die Nachfrage nach Musiker*innen, die live im Radio spielten, massiv wuchs und zahlreiche Rundfunkorchester gegründet wurden.
1930 der Aufstieg der Tonträger RCA brachte 1930 die erste Vinylschallplatte auf den Markt. Die verbreiteten sich erst Mitte der 50er Jahre (wegen Bankenkrise, Wirtschaftskrise und Weltkrieg). 1963 folgte dann die Kassette nebst Kassettenrekorder, was nochmal neue Möglichkeiten für die Musikaufnahmetechniken eröffnete. Und auch erste Musikpiraterie wurde durch die Kassette spielend leicht. Mit der Erfindung der CD 1979 war Musik dann noch einmal erschwinglicher.
1960er Popkonzerte Als neue Alternative zu Tanzveranstaltungen entstanden die Pop- und Rockkonzerte in den 60ern. Der Rahmen war deutlich ungezwungener als im klassischen Konzert und im Gegensatz zur vorherigen Tanzcafé-Kultur lag der Fokus weniger auf dem gemeinsamen Tanz, sondern wirklich auf der Musik und den damit verbundenen Personen. Es entwickelte sich eine Konzertindustrie und ein kapitalistischer Musikmarkt.
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FAZIT
Ich bin ein bisschen beseelt, zu erkennen, wie sehr die Musik in die Mitte der Gesellschaft gewandert ist und wie viele gesellschaftliche Veränderungen und Umbrüche in dieser Musik-Timeline erkennbar sind. Den Menschen war es wichtig, sich mit Musik zu rühmen, aber auch, sie in die Welt zu tragen, zu teilen und in unsere gesellschaftliche Mitte zu bringen. Heute ist für uns alle der Zugang zu Musik mehr als selbstverständlich. Dabei hören wir Musik oft nur für uns, abgeschottet mit Kopfhörern, während in Zeiten der großen Chorbewegung der leichteste Weg zur Musik darüber führt, sie selbst zu machen, und zwar kollektiv und gemeinschaftlich. Konzerte und Clubs sind die Orte, wo dieser Austausch noch existiert, wo die unterschiedlichsten Menschen zusammenkommen, sich auf Dinge einigen können und eine Basis für Dialoge finden. Ich sehe sie jetzt, nach dieser Recherche, noch mehr als vorher als ein Brennglas für gesellschaftlichen Wandel, an dem wir unbedingt festhalten müssen. Musik verbindet und aktiviert.
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Das war's für heute. Melanie war letzte Woche im Urlaub und hat einfach mal fünf Tage gar keine Musik gehört. Rosalie hingegen hat nicht nur Musik gehört, sondern auch gemacht: Sie war beim Mundharmonika Festival. Spoiler, trotz hoher Boomer-Herren-Dichte hat Bob Dylan wirklich gar keine Rolle gespielt. Wie und was sie jetzt spielen kann, hört ihr im nächsten Podcast.
Nächsten Mittwoch hören wir uns im Podcast. Die nächste Mail-Ausgabe ZWISCHEN ZWEI UND VIER kommt am 17. Juni. Hast du dich gut unterhalten gefühlt, was gelernt oder neue Musik entdeckt? Schmeiß was in unsere Paypal-Kaffeekasse oder:
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